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Spannungsschwankungen. Energievulnerabilität und soziale Resilienz in Moldau

Prof. Dr. Robert Kindler

„Spannungsschwankungen“ gehörten zu den prägenden Alltagserfahrungen im gesamten postsowjetischen Raum. Sie machten die Vulnerabilität jeglicher Ordnung deutlich: Energie war nicht mehr uneingeschränkt verfügbar und ihre Nutzung hatte jetzt einen erheblichen Preis; sowohl in ökonomischer und politischer als auch in sozialer Hinsicht. Ausgehend von der Beobachtung, dass Energieversorgung und -sicherheit nach 1991 im Zentrum multipler Krisendynamiken standen, untersucht das zeithistorisch angelegte Vorhaben deshalb fragile Kulturen der Energienutzung im anhaltenden Transitionsprozess in Moldau, Kasachstan und Georgien im Vergleich.

Das Vorhaben versteht sich als Beitrag zur Diskussion um gesellschaftliche Kohäsion und Erwartungen an die Leistungsfähigkeit staatlicher Akteure und Institutionen in Zeiten gravierender Wandlungsprozesse. Der Begriff „Spannungsschwankungen“ verweist dabei auf zentrale Forschungsperspektiven des Projekts: Erstens wurde der Umgang mit Situationen der Energieknappheit zu einer konstitutiven Alltagserfahrung in postsowjetischen Gesellschaften der Energievulnerabilität. Zweitens geht es um infrastrukturelle Dimensionen des Versorgens und der Energiesicherheit: Wo Infrastrukturen der Vernetzung fragil bzw. aktuellen Anforderungen nicht mehr gerecht wurden, waren Spannungsschwankungen die Konsequenz – und wurden zu einem weithin rezipierten und thematisierten Problem. Drittens verbinden sich mit Spannungsschwankungen politische Konflikte und Auseinandersetzungen, die jeweils spezifischen Konjunkturen und Intensitäten unterlagen.

Projektleitung: Prof. Dr. Robert Kindler