Ressourcen der Zukunft. Energiequellen und Wissenschaftseliten in spät- und postsowjetischer Science-Fiction und populärwissenschaftlicher Publizistik
Credits: Auszug des Umschlagbilds der sowjetischen populärwissenschaftlichen Zeitschrift „Znanie – sila“ (Wissen ist Macht), Nr. 5 (1965), gezeichnet von Max Scherebtschewski
Projektleitung: Dr. Matthias Schwartz
Das am ZfL angesiedelte Teilprojekt untersucht anhand von Science-Fiction-Texten und populärwissenschaftlicher Publizistik, wie die zukünftige Erschließung von Energieressourcen in der Sowjetunion seit 1960 sowie in den ersten beiden postsowjetischen Jahrzehnten als Lösung gesellschaftspolitischer, ökologischer und sozialer Probleme dargestellt wird. Dabei wird auch gefragt, welche Rolle der wissenschaftlich-technischen Intelligenz, insbesondere aus dem Energiesektor, zugeschrieben wird.
Dafür verfolgt das Teilprojekt folgende Leitfragen:
- Welche Nah- und Fernziele hinsichtlich der Erkundung, Erschließung und Nutzbarmachung von Energieressourcen werden in Science-Fiction und Publizistik formuliert?
- Welche utopischen Gesellschaftsentwürfe, ökologischen Zukunftsaussichten und alternativen Entwicklungswege präsentiert die Science-Fiction-Literatur angesichts bedrohlicher bis desaströser Entwicklungen der Ressourcenausbeutung? Welche Rolle misst sie den Wissenschaftseliten bei der Initiierung bzw. Bewältigung dieser Szenarien zu?
- Wie verhalten sich populärwissenschaftliche und fantastische Szenarien zueinander, und wie haben sie sich im Laufe der Zeit verändert? Welche Konvergenzen und Divergenzen, Brüche und Kontinuitäten lassen sich feststellen, und wie verhalten sich diese zu realgeschichtlichen Entwicklungen jener Jahre?
Durch deren Beantwortung will das Teilprojekt einen Beitrag zum Verständnis ideologischer und imaginärer Erwartungen leisten, die sich mit der Energienutzung und energiepolitischen Infrastrukturprojekten verbanden. Zugleich soll dargestellt werden, wie Fortschrittsglaube und Katastrophenerwartung noch über die Sowjetunion hinaus entsprechende Diskurse und Debatten um den Umgang mit den eng verflochtenen Energienetzen des postsowjetischen Raums prägten.






